Was ist Burnout?
Fast jedem ist Burnout ein Begriff: Ausgebrannt sein. Ausbrennen. Und jeden scheint es treffen zu können. Doch was genau ist Burnout eigentlich? Die wissenschaftliche Literatur liefert unzählige Definitionen. Der Kern dieser unterschiedlichen Ansätze ist ein komplexes Syndrom, ein Prozess, in dessen Verlauf es zu
unterschiedlichsten psychischen/seelischen und körperlichen Problemen kommen kann. Fast immer ist die Entwicklung von Burnout im Zusammenhang mit einer Erwerbstätigkeit zu sehen. Doch selbst in der Ehe, der Partnerschaft oder in der Familie kann es unter Umständen zur Entwicklung von Burnout kommen.
Entstehung
Die Entstehung und der Verlauf von Burnout können dementsprechend individuell sehr unterschiedlich sein. Oftmals sind enttäuschte Erwartungen der Ausgangspunkt, ein anderes Mal ist es Überbelastung oder mangelnde Autonomie in der Gestaltung des Arbeitsalltages, meistens sind es vielfältige Aspekte, die zusammenkommen.
Immer jedoch spielt bei der Entwicklung von Burnout die „Chronifizierung“ eine fatale Rolle: Das heißt, problematische (Arbeits-)Verhältnisse und individuelle Verhaltensweisen und Einstellungen werden über lange Zeiten unverändert beibehalten. Oftmals, weil ohne externe Hilfe die nötigen Veränderungen nicht herbei geführt werden können, vor allem aber auch, weil die Entwicklung von Burnout ein schleichender Prozess ist, der häufig für lange Zeit unbemerkt bleibt.
Verlauf
Gerade Menschen, die anfänglich ein sehr hohes Maß an Begeisterung für ihre Arbeit zeigen, sind häufiger als andere von Burnout betroffen. Dabei treten je nach Stadium und individuellem Verlauf unterschiedliche Symptome auf. Am Anfang stehen - meist schleichend einsetzende - psychische Veränderungen, bspw. die Entwicklung einer zynischen Einstellung gegenüber der Arbeit, reduziertes Engagement sowie Gereiztheit. Im Verlauf des Burnouts kann es dann zu einem Abbau an Leistungsfähigkeit, verringerter Motivation und Kreativität, Konzentrationsproblemen, aber schließlich auch zu Schlafstörungen oder körperlichen Beschwerden wie chronischen Kopf- und Nackenschmerzen kommen.
Die anfänglich auf einen bestimmten Bereich (z.B. das Arbeitsleben) beschränkten Probleme weiten sich unter Umständen auf das gesamte Leben des Betroffenen aus; ein Gefühl von Hilflosigkeit, Niedergeschlagenheit sowie auch körperliche Erschöpfung bestimmen schließlich den Alltag. Dementsprechend ist es sinnvoll, bereits im Rahmen präventiver Maßnahmen über Burnout aufzuklären, potentiell Betroffene für das Thema zu sensibilisieren und so der Entstehung von Burnout entgegen zu wirken. Dabei ist es ebenso wichtig, bereits Betroffenen einen Weg aus der Burnout-Falle aufzuzeigen und ihnen professionelle Begleitung und Unterstützung anzubieten.
Diagnostik - Habe ich Burnout?
Burnout zu diagnostizieren ist relativ schwierig, da klare diagnostische Richtlinien fehlen und sogar bezüglich der „eigentlichen“ Definition von Burnout noch Uneinigkeit besteht. Außerdem gibt es einige Krankheiten, die mit sehr ähnlichen Symptomen einhergehen, so dass immer auch eine organische (körperliche) Erkrankung ausgeschlossen werden muss.
Letztlich ist also nur ein niedergelassener Arzt oder ggf. ein Psychotherapeut in der Lage, eine klare Diagnose zu stellen. Für eine erste Einschätzung Ihres persönlichen Burnout-Risikos bieten wir für Sie in der Rubrik „Testen Sie sich“ einen Selbsttest an, der Ihnen zumindest einen ersten Anhaltspunkt geben kann.

